Barrage-Aufstiegsspiel 3./2. Liga

Dramatik pur auf dem Lysser Grien

Der Aufsteiger in die 2. Liga regional heisst FC Aurore. Bitter für den SV Lyss, denn die Welschbieler hatten das 0:2 aus dem Hinspiel bis zur 90. Minute wettgemacht. In einem dramatischen Penaltyschiessen siegte Aurore mit 5:4.

Daniel Martiny

Dramatik pur: Der SV Lyss führt im Penaltyschiessen mit 4:3, nachdem Goalie Jost den zweiten Elfmeter der Welschbieler gehalten hatte. Yally Cordeiro holt Anlauf zum fünften Penalty. Wenn er trifft, steigt der SV Lyss in die 2. Liga auf. Doch die Nerven versagen. Aurore kann nicht nur zum 4:4 ausgleichen, sondern kurz danach definitiv jubeln, als Alix Bahlouli den zusätzlichen Elfmeter versenkt. Ausgerechnet Alix Bahlouli, der diese Woche als neuer Spielertrainer vorgestellt wurde, erzielt die Entscheidung. Der Aufstieg ist für den FC Aurore perfekt. Eine ganz bittere Angelegenheit für den SV Lyss, der über die gesamte Saison hinweg derart brilliante Leistungen gezeigt hatte. Auch das Hinspiel in Biel hatte das Schüpach-Team gekonnt mit 2:0 für sich entschieden. Von diesem Glanz war jedoch im Rückspiel nicht mehr viel zu spüren. Zu nervös,
ungenau und fahrlässig agierte das Heimteam. Der SV Lyss verkrampfte sich in seinen Aktionen, spielte zu oft einfach hohe Bälle nach vorne, wo die Stürmer für einmal wirkungslos blieben. Quasi während den gesamten 90 Minuten blieb Lyss offensiv wirkungslos. Erst in der Verlängerung erarbeitete man sich noch einige Torchancen.

Ein Highlight für Aurore

„Wir wollten diesen Sieg unbedingt. Was letzte Woche alles im Umfeld passiert ist, war plötzlich nicht mehr wichtig. Es zählte nur noch der Erfolg“, sagte Darko Crnogorac unmittelbar nach dem Spiel. Der neue Assistenztrainer sprach damit die sofortige Freistellung von Trainer Villard an. „Es spielte die vergangene Woche eigentlich gar keine Rolle mehr, wer uns trainierte. Wir sind in dieser Saison derart als Team zusammengewachsen. Jeder hat gekämpft und sogar 120 Minuten lang alles gegeben.“ Auch für Darko Crnogorac, ein bekannter Name in der regionalen Fussballszene und ein grosser Routinier schlechthin, bedeutet dieser Aufstieg viel: „Ein absolutes Hghlight in meiner Karriere. Ich bin stolz, mit diesem jungen Team unser grosses Ziel erreicht zu haben.“ Ebenso stolz zeigte sich ein weiterer Routinier in den Reihen der Bieler: Torhüter Pablo Molina avancierte im Penaltyschiessen zu einem der Matchwinner, indem er zwei Elfmeter parierte. „Niemand hatte mehr an uns geglaubt, ausser wir selber. Im Hinspiel agierten wir noch zu nervös, heute hatten wir gar nichts mehr zu verlieren und die Rechnung ist voll aufgegangen.“

Die tragischen Helden

Trainer Patrik Schüpbach, Topskorer Luca Collaviti, die Mittelfeld-Ikone Kellerhals, die Brüder Bakari oder Ferreira, Captain Marco Fischer, die gefährlichen Stürmer Michel Menetrey oder Jason Simsch und wie sie alle heissen. Nicht zu vergessen all die Ersatzspieler, die während der gesamten Spielzeit bei Verletzungen oder Abwesenheiten der Stammspieler stets erfolgreich in die Bresche gesprungen sind… sie haben in Lyss eine ganze Saison lang sehr viel Freude bereitet und wurden nun zu tragischen Helden. Ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Saison lief es nicht mehr nach Wunsch. Den Aufstieg schon vor Augen, agierte man teilweise wie blockiert. Ein winziges „Törchen“ fehlte in der Endabrechnung. Es bleibt dem SV Lyss nun gar nicht viel anderes übrig, als es erneut zu versuchen und in der kommenden Saison den Aufstieg in die 2. Liga zu schaffen, denn genauso wie der FC Aurore, gehört auch der SV Lyss in diese höhere Spielklasse.

Lyss – Aurore 0:2 (0:1) 4:5 n.P.
Grien. – 750 Zuschauer. – SR Micanovic.
Tore: 25. Humberto 0:1. 77. Bahlouli 0:2.
Lyss: Leuenberger/Jost; Brack, Karim Baari, Wanner Fischer; Tomas Ferreira, Cordeiro, Kellerhals; Menetrey, Collaviti, Kanagarajah. Eingewechselt: Jamal Bakari, Thevarajah, Oehler, Simsch.
Aurore: Molina; Bärfuss, Lifart, Tchoukouli, Bento; Giordano, Crnogorac, Ciccarelli; Humberto, Bahlouli, Secivanovic. Eingewechselt: Luzubu, Lippi, Hügi, Queto, Marzolf.